Wer sich mit einem Studium in den USA beschäftigt, stolpert früh über eine Frage, die auf den ersten Blick banal klingt und in der Praxis trotzdem ständig für Verwirrung sorgt: Was ist eigentlich der Unterschied zwischen „College“ und „University“?
Viele Deutsche übersetzen „College“ automatisch mit „Uni“ oder denken an eine Art „Zwischenstufe“ zwischen Schule und Universität. In den USA funktioniert der Begriff aber anders. Und genau das ist wichtig, weil er in Bewerbungsportalen, Zulassungsvoraussetzungen und sogar im Alltag amerikanischer Studierender immer wieder auftaucht.
In den USA sind insgesamt über eine Million internationale Studierende eingeschrieben. Wer sich in dieses System hineinbewegt, merkt schnell: Die Begriffe sind nicht nur Wörter, sie sind Teil einer Struktur. Und die entscheidet mit darüber, welche Abschlüsse möglich sind, wie der Campus aufgebaut ist und welche Wege du in deinem Studium gehen kannst.
Wenn du das Thema „College“ im größeren Vergleich Deutschland vs. USA verstehen willst, ist dieser Artikel eine gute Ergänzung: Was bedeutet College in Deutschland und den USA?
Kurz erklärt: So verwenden Amerikaner „College“ wirklich
Der wichtigste Satz zuerst, weil er Missverständnisse sofort auflöst:
Amerikaner sagen oft „college“, auch wenn sie an einer „university“ studieren.
„I’m going to college“ ist im US-Englisch häufig einfach ein Synonym für „Ich studiere (im Bachelor)“. Das gilt sogar dann, wenn jemand an einer großen staatlichen University eingeschrieben ist.
Das führt dazu, dass „College“ in den USA zwei Dinge bedeuten kann:
- Alltagssprache: „College“ = Studium (meist Bachelor/Undergraduate).
- Institution: Ein „College“ kann eine eigenständige Hochschule sein oder eine Einheit innerhalb einer University.
Und genau beim zweiten Punkt wird’s spannend.
College vs. University: Was ist der Unterschied im Aufbau?
College als eigenständige Hochschule
Ein „College“ ist in den USA häufig eine Hochschule mit Fokus auf Undergraduate-Studiengänge, also Bachelor-Programme. Viele davon sind „Liberal Arts Colleges“. Sie sind oft kleiner, haben eine engere Betreuung und legen viel Wert auf Lehre und Campusgemeinschaft.
Wichtig: Ein College kann exzellent sein. Der Name sagt nichts darüber aus, ob die Hochschule „besser“ oder „schlechter“ ist.
Ein Student aus Freiburg, der an einem Liberal Arts College in Massachusetts studiert, formulierte es mal so:
„Ich dachte zuerst, College heißt automatisch kleiner und einfacher. Tatsächlich sind die Kurse härter, aber die Dozierenden kennen dich wirklich beim Namen.“
University als „Dach“ mit mehreren Einheiten
Eine „University“ ist in den USA in der Regel größer und breiter aufgestellt. Sie bietet meistens:
- Undergraduate-Programme (Bachelor)
- Graduate-Programme (Master, PhD)
- Forschungseinrichtungen
- mehrere Fachbereiche, die oft als „Colleges“ oder „Schools“ organisiert sind
Du kannst dir eine University also oft wie ein Dach vorstellen, unter dem verschiedene Bereiche sitzen. Und damit sind wir beim Begriff „School“.
Was bedeutet „School“ an amerikanischen Hochschulen?
Hier passiert die nächste typische Verwechslung, weil „school“ im Deutschen automatisch nach Schule klingt.
In den USA bedeutet „school“ zwar im Alltag auch Schule (K-12, also Grundschule bis High School). Im Hochschulkontext kann „School“ aber etwas anderes sein:
Eine „School“ ist häufig eine Fakultät bzw. ein Fachbereich innerhalb einer University.
Typische Beispiele:
- School of Engineering
- School of Business
- School of Education
- Law School (Jura)
- Medical School (Medizin)
In der Praxis ist „School“ damit oft vergleichbar mit einer Fakultät in Deutschland. Manche Universitäten nutzen statt „School“ das Wort „College“. Andere nutzen beides nebeneinander.
Das erklärt auch, warum du Namen siehst wie:
- „University of X – College of Arts and Sciences“
- „University of Y – School of Engineering“
Beides kann dasselbe Prinzip meinen: eine organisatorische Einheit innerhalb einer University.
Und wo passt das Community College hinein?
Das Community College ist eine ganz eigene Kategorie und gehört zu den wichtigsten Unterschieden im amerikanischen System.
Was ist ein Community College?
Ein Community College ist in den USA typischerweise eine zweijährige Hochschule. Viele Programme führen zu einem:
- Associate Degree (akademischer Abschluss nach ca. 2 Jahren)
- oder zu Zertifikaten/berufsbezogenen Abschlüssen (je nach College und Ziel)
Community Colleges sind oft deutlich günstiger als vierjährige Colleges oder Universities und haben häufig flexiblere Zulassungsprozesse. Für viele internationale Studierende ist das ein realistischer, strategischer Einstieg in die USA.
Wenn du diesen Weg konkret prüfen willst, findest du hier die komplette Schritt-für-Schritt-Erklärung: Bewerbung an einem Community College in den USA
Der „2+2“-Weg: erst Community College, dann University
Ein sehr verbreitetes Modell ist:
- 2 Jahre Community College
- danach Transfer an eine 4-jährige University
- dort Bachelorabschluss beenden
Dieser Transfer ist in den USA kein exotischer Sonderweg, sondern ein etablierter Pfad, oft sogar mit offiziellen Agreements zwischen Colleges und Universities.

Eine Studentin aus Hamburg, die erst in Santa Monica am Community College war und später nach Kalifornien an eine University gewechselt ist, erzählte:
„Ich hatte am Anfang Angst, dass das wie ‘Plan B’ wirkt. In den USA ist es einfach ein normaler Weg. Und finanziell war es für mich der Gamechanger.“
Preis, Qualität, Abschluss: Was stimmt wirklich?
Mythos 1: „College ist immer günstiger als University“
Nicht automatisch.
Ob etwas teuer ist, hängt vor allem davon ab, ob es privat oder staatlich ist, in welchem Bundesstaat du bist, welche Gebührenstruktur gilt und wie viel Financial Aid möglich ist.
Community Colleges sind im Schnitt oft günstiger, aber ein privates College kann teurer sein als eine staatliche University und umgekehrt.
Wenn du eine realistische Kalkulation brauchst, lies unbedingt: Was kostet ein Studium in den USA?
Mythos 2: „University ist immer besser als College“
Auch das stimmt so nicht.
Es gibt Colleges mit Weltklasse-Ruf. Entscheidend sind:
- Programmqualität im gewünschten Fach
- Betreuung und Kursgrößen
- Forschungsfokus vs. Lehre
- Netzwerke und Career Services
- „Fit“ zur eigenen Persönlichkeit
Einen Überblick, wie man Rankings sinnvoll einordnet (statt sich nur von Namen blenden zu lassen), bekommst du hier: Die besten Universitäten in den USA – Rankings, Kriterien und Tipps
Mythos 3: „Am College gibt’s nur Bachelor, an der University nur Master“
In der Tendenz gilt:
- Colleges sind oft stärker auf Bachelor fokussiert
- Universities bieten häufiger Master/PhD an
Aber: Es gibt Colleges mit Masterprogrammen und Universities, die sich stark auf Undergraduate konzentrieren. Der Name allein ist keine Garantie.
Wenn du dich grundsätzlich zwischen Bachelor- und Masterstruktur in den USA orientieren willst: Bachelor vs. Master in den USA – die wichtigsten Unterschiede
Und falls du schon Richtung Graduate Study planst: Masterprogramme in den USA: Aufbau, Bewerbung und Finanzierung
Was bedeutet das für deine Bewerbung?
Die Begriffe sind nicht nur akademische Theorie. Sie beeinflussen ganz konkret:
- welche Tests verlangt werden
- welche Abschlusswege möglich sind
- wie die Hochschule ihre Fachbereiche organisiert
- welche Kosten entstehen können
Je nach Zielhochschule können auch standardisierte Tests wie SAT oder ACT eine Rolle spielen (vor allem im Undergraduate-Bereich). Wenn du wissen willst, ob das für dich relevant ist: SAT und ACT für deutsche USA-Bewerber
Und bevor du überhaupt an diese Details gehst, lohnt sich ein klarer Blick auf die Grundvoraussetzungen: US-Studium: Diese Voraussetzungen gelten für internationale Studierende
Fazit: College ist nicht „kleiner“, University nicht automatisch „besser“
Der Unterschied zwischen College und University in den USA ist vor allem eine Frage von Struktur und Begriffsnutzung:
- „College“ kann ein Studienabschnitt sein (Undergraduate) oder eine Institution.
- „University“ ist oft ein größeres System mit mehreren Colleges/Schools und Graduate-Programmen.
- „School“ ist an der University häufig eine Fakultät oder ein professioneller Fachbereich.
- Community Colleges sind ein eigener, sehr wichtiger Einstiegspfad, besonders mit Transferoptionen.
Wer das verstanden hat, navigiert Bewerbungsseiten, Hochschulwebsites und Beratungsgespräche deutlich entspannter und trifft bessere Entscheidungen.
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